Wohnhaus mit Atelier in Weimar

Das Bauhaus entwickelte 1923 die Siedlungsplanung für ein Grundstück am Stadtrand von Weimar. Die Umsetzung scheiterte an den konträren Vorstellungen der Stadtverwaltung. Nur ein Versuchshaus, das »Haus am Horn«, wurde ausgeführt. In Anlehnung an die Ideen des Bauhauses entsteht derzeit auf dem angrenzenden ehemaligen Kasernengelände ein neues Stadtquartier. Diener & Diener, Adolf Krischanitz und Luigi Snozzi sind für die städtebauliche Planung und den Bebauungsplan verantwortlich. Leitgedanken sind neben reduzierter Formensprache der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen und flexible Strukturen. Die Grundstücke sind nach einem strengen Modulsystem parzelliert, einfache Volumina mit flachen Dächern obligatorisch. Auf einer dieser Parzellen von 7,5 m Breite stehen sich die zwei schwarzen Kuben des Wohnhauses und des Ateliers gegenüber, deren Fassaden zur dazwischen liegenden Grünfläche identisch sind. Die übrigen Seiten spielen mit kleinen gestalterischen Abweichungen. Unter dem glatten Putz verbergen sich 36 cm starke Leichthochlochziegel als einschalige Konstruktion. Tür- und Fensterstürze sind als U-Schalen mit Stahlbetoneinlage ausgeführt. In beiden Gebäuden verbindet eine einläufige Treppe die Nutzungen. Nahezu alle Räume sind weiß verputzt und mit einem hellen Parkettboden ausgestattet.

Wohnhaus mit Atelier in Weimar