Seit im 6. Jahrhundert der Buddhismus aus China eingeführt und vorübergehend zur Staatsreligion erklärt wurde, spielt er neben der Urreligion des Shintoismus in Japan eine große Rolle. Heute existieren diverse Formen des Buddhismus gleichwertig neben anderen Religionen. Eine der größten buddhistischen Schulen Japans, die Jodo-Schule, errichtete vor 250 Jahren die Tempelanlage »Komyo-Ji« in der Küstenstadt Saijo. Im Gegensatz zu anderen religiösen Gruppen verspricht sie nicht nur auserwählten Mönchen die Erlösung vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburten, sondern Mitgliedern aller sozialer Klassen. Aufgrund des maroden Zustands sollte die Tempelanlage abgerissen und gänzlich erneuert werden. Der Priester wünschte sich einen Ort der Versammlung, der auch für Konzerte und Lesungen geöffnet ist. Tadao Ando beließ die umgebende Mauer, einige Bäume, die Eingangspforte und den Glockenturm unangetastet und fügte Tempel und Nebengebäude neu hinzu. Die schlichte Haupthalle ist dem weitläufigen Terrain mittig einbeschrieben, räumlich abgegrenzt von Gästehaus und Urnenhalle.