Viele Bahnhöfe wurden bereits im 19. Jahrhundert erbaut und haben Städte und Dörfer entscheidend geprägt. Ihre ursprüngliche Bedeutung lässt sich an den oft imposanten Gebäuden und der prominenten Lage im Stadtgefüge ablesen. In einer Zeit, als die Pferdekutsche das gängige Verkehrsmittel darstellte, galt der Bahnhof mitsamt dem Bahnhofsvorplatz und der Bahnhofsstraße für Reisende als Eingangstor zur Stadt und wurde entsprechend repräsentativ gestaltet. Mit der Erfindung des Automobils und der Entwicklung zum Massenverkehrsmittel hat die Bedeutung der Eisenbahn im Laufe der Zeit abgenommen. Eisenbahnstrecken wurden stillgelegt und viele Bahnhöfe verwahrlosten zunehmend, vor allem in ländlichen Regionen. Zwar hat in den 1980er-Jahren ein verkehrspolitisches Umdenken zugunsten der Eisenbahn eingesetzt, jedoch sind viele der rund 10 000 Bahnhöfe und Haltepunkte in Deutschland weiterhin erneuerungsbedürftig.