Auf der Plaza Corso, dem Zentrum eines ehemaligen Industrieareals, das durch neue Bürobauten, Wohngebäude und kulturelle Einrichtungen aufgewertet werden soll, »schraubt« sich das Teatro Cervantes acht Geschosse tief in den Untergrund. Einzig das stählerne Dach, ersonnen von dem spanischen Architekten Antón García-Abril, verweist auf die darunter liegende Nutzung. Die stählerne Skulptur bildet einen Kontrapunkt zum expressiven, organischen Kegel des Museo Soumaya des mexikanischen Architekten Fernando Romero. Der überdimensionale Gitterrost setzt sich ganz wie sein kleines Pendant aus ineinander gesteckten, geschlitzten Flachstählen zusammen. Die doppelwandigen, innen mit Stegen verstärkten »Flachstähle« sind jedoch 2,85 m hoch und unterschiedlich stark geneigt. Das Achsmaß variiert in der Dachfläche, während in der Untersicht ein gleichmäßiges Raster von 2,85 ≈ 4,57 m entsteht. 12 cm starke Stahlplatten und Stege wurden dafür im Werk zu Trägern und Stützen verschweißt, auf einer Freifläche vormontiert und nachjustiert. Erst nach dem Probelauf entstand die endgültige Überdachung auf einem riesigen Montagegerüst vor Ort. Teil für Teil gesteckt, verschweißt und zuletzt mit leicht geneigten Glasflächen gedeckt, ruht der Rost auf den vier »tanzenden« Stützen und bringt ein Spiel aus Licht und Schatten in die Tiefe der theatralen Schlucht.