Wohnhaus in Dornbirn

An der Peripherie von Dornbirn in Vorarlberg, wo die Rheinebene allmählich in die bewaldeten Hügel des Bregenzerwaldes übergeht, steht am Rande einer locker bebauten Einfamilienhaussiedlung ein ungewöhnlicher Neubau. Der Baukörper ist flach gestreckt; seine 120 Zentimeter dicken, weiß verputzten Wände tragen eine mächtige Dachscheibe aus Holz, die an den Rändern spitz zuläuft. Hinter Holz und Putz verbirgt sich ein Material, das dieses Haus in der Region bisher einzigartig macht: Strohballen, die nicht nur als Wärmedämmung, sondern auch als tragender Wandbaustoff dienen. Sogenannte Jumboballen mit 70 ≈ 120 Zentimeter Querschnitt und bis zu 240 Zentimeter Länge sind wie gigantische Mauersteine übereinandergeschichtet und mit einer drei Zentimeter starken Putzschicht versehen. Im Dach wurden die Ballen in vorgefertigte, hölzerne Kastenträger gefüllt, die auf den Außenwänden aufliegen und auf der Baustelle zu einer starren Dachscheibe verschraubt wurden. Die im Westen und Süden bis zu 2,50 Meter weiten Dachauskragungen schützen nicht nur die Innenräume vor der hoch stehenden Sommersonne, sondern auch die Strohballenwände vor Schlagregen.