Unmittelbar neben dem schwarz glänzenden Kunstmuseum Liechtenstein steht jetzt das Gegenstück in Weiß: In dem monolithischen Solitär, der eine Seite eines kleinen öffentlichen Platz fasst, ist die Hilti Art Foundation untergebracht; ebenso ein Uhren- und Schmuckgeschäft, das schon zuvor an dieser Stelle angesiedelt war. Für den fünfgeschossigen Erweiterungsbau wurde statt schwarzen Basalts weißer Marmor zu den Flusskieseln aus dem nahen Rheintal in den Beton gemischt. Auch hier ist die oberste Schicht des Betons geschliffen und poliert, was die Kiesel bei Sonnenschein zum Glitzern bringt. Je nach Lichteinfall reflektiert die Fassade ihre Umgebung in einer anderen Lichtintensität und Farbe. Außergewöhnlich an dem Bau ist die innere Organisation: So teilen sich das Schmuckgeschäft und die Foundation das Untergeschoss, in den Ebenen darüber alternieren die Nutzungen. Die Erschließungen der beiden Bereiche sind komplett voneinander abgekoppelt, was die zwei Treppenanlagen im Grundriss erklärt.