Seit 1996 planen und bauen die Architekten von UNStudio, um ihren Masterplan, das gesamte Bahnhofsquartier von Arnheim, phasenweise zu realisieren. Bis 2020 werden 110 000 Reisende pro Tag erwartet. Jahrelang standen der grüne und der blaue Büroturm des ersten Bauabschnitts isoliert, fehlte der Tiefgarage mit 1050 Stellplätzen das Entree, blieben die rund geschwungenen Ausschnitte der neu untertunnelten Stadtautobahn Willemsplein und die über 200 m langen neuen Plattformüberdachungen über den Bahnsteigen im Kontext unverständlich. Mit der 22 000 m2 großen Transferhalle haben die Architekten nun das alles verbindende Gelenk zwischen den unterschiedlichen Gliedern dieses Infrastrukturprojekts eingesetzt. Hier laufen auf Straßenebene die Bewegungsstränge des Busbahnhofs für den Fernverkehr mit dem Fußgängertunnel zu den in 8 Metern Höhe befindlichen Bahnsteigen zusammen. Um 4,40 Meter abgesenkt dockt auf dem Vorplatz der lokale Busbahnhof an, von hier rollt auch der Radfahrer hinunter in die zweigeschossige Fahrradtiefgarage mit Werkstatt und Vermietung. Zwei weitere Geschosse tiefer reicht die Tiefgarage. Die räumliche Komposition der Transferhalle, vor allem aber die Verbindung der unterschiedlichen Höhenniveaus über schräg geneigte Ebenen, sind primär das Resultat intensiver 3D-Analysen der Bewegungsabläufe und Blickbeziehungen. Im tagtäglichen Betrieb geht das ambitionierte Konzept auf erstaunlich selbstverständliche Weise auf. Ohne Hinweisschilder findet sich auch der Neuankömmling schnell zurecht, da die Halle den Blick in alle Richtungen zu den Zugängen der unterschiedlichen Verkehrsmittel freilässt. Durch großzügig verglaste Oberlichtausschnitte sind die Bürotürme als Orientierungspunkte selbst aus den Untergeschossen zu sehen. Ermöglicht wurde diese Großzügigkeit durch ein zentrales architektonisches Element, das Tragwerk, Erschließung und Lichtführung in sich vereinigt: der Twist. Diese 16 Meter hohe zweifach gekrümmte Freiformfigur umschließt im zweiten Untergeschoss die Treppe aus der Fahrradtiefgarage wie eine Röhre. Auf Straßenebene dreht sie sich als Fortsetzung der Geschossdecke auf, bevor sie sich in weitem Schwung als Fußgängerrampe bis auf Gleisebene hinaufzieht, während der andere Teil in einer Drehung in die Dachebene übergeht. Die jahrelangen Bauverzögerungen lagen nicht zuletzt an der Realisierung dieser komplexen Geometrie. Anstelle von Stahlbeton wurde der Twist schließlich von einem Schiffsbauer als Monocoque-Konstruktion in Stahl umgesetzt. Auch die Dachschale ist ein Monocoque, wobei hier nur die Raumseite mit einem Deckblech verschweißt ist.