Mit der Wiedereröffnung der Boutique in der Rue St Honoré setzte die Pariser Modemarke Balenciaga im vergangenen Frühjahr ein gegenständliches Ausrufezeichen. In Zusammenarbeit mit Demna Gvasalia, Chefdesigner des Labels, ließen sich die Raum- und Lichtspezialisten Gonzalez Haase von alten Fabrikanlagen und Warenlagern inspirieren. Die scharfkantig kühl anmutende Raumgestaltung wirkt wie aus einem Guss. Das monochrome Farbspektrum der verwendeten Materialien und Oberflächen bildet einen größtmöglichen Kontrast zur exklusiven Designerkleidung. Robuste Ladentische aus gekantetem Edelstahl, manuell aufgebrachte Spritzbetonflächen an den Wänden sowie reflektierende Aluminiumfolien an der Decke erzählen Geschichten textiler Fabrikationsprozesse. Ein differenziertes Beleuchtungskonzept sorgt für gleichmäßige Helligkeit. Von Wand zu Wand verlaufende Stahlprofile tragen drei unterschiedliche Leuchtquellen: indirekt kühles Deckenlicht, sichtbare Leuchtstoffröhren mit geringerer Farbtemperatur, sowie LED-Punktstrahler. Insbesondere das ausgeklügelte Transportsystem trägt zur maschinellen Ästhetik bei: Sich verzweigende Edelstahlrohre und -bügel verbinden Vitrinen, Umkleidekabinen und Lager. Sie ermöglichen den manuellen Transport der Bekleidungsartikel quer durch die Boutique und betonen die durchlaufende Transparenz des Raums. Mit dem Balenciaga Flagshipstore liefern Gonzalez Haase einen ebenso pointierten wie ehrlichen Kommentar zur Zukunft analoger Einkaufserlebnisse in Zeiten virtueller Onlineshops.